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Der 14-jährige Werner war um Ostern 1287 herum das Opfer eines grausamen Ritualmordes geworden. Um die Tat zu vertuschen, hatte man seine Leiche in den Rhein geworfen. Doch die Legende erzählt, dass der Leichnam rheinaufwärts gegen die Strömung trieb und als man ihn in der Nähe von Bacharach auf einem Felsabsatz am Ufer des Rheins fand, soll er von einem hellen Lichtschein überstrahlt worden sein. Der Körper roch auch nicht nach Verwesung, sondern es entströmte ihm ein zarter Veilchenduft. Werner wurde daraufhin feierlich in der Kapelle des hl. Kunibert beigesetzt. Ungerechtfertigter Weise wurde die Tat den Juden angelastet, was zu schlimmen Judenpogromen im ganzen Mittelrheintal ausartete. Da an dem Grab schon bald die ersten von insgesamt 90 Wundern geschahen, errichtete man bereits im folgenden Jahr eine neue, größere Kapelle über seinem Grab, die Wernerkapelle. Dies war auch schon deshalb notwendig, weil seine Beliebtheit wuchs und schon bald Hunderttausende dorthin pilgerten. Leider ist die Kapelle nur noch als Ruine erhalten, denn als die Franzosen 1689 Burg Stahleck sprengten, fielen Trümmer auf sie herab und zerstörten das Gebäude. Heute dient die Wernerkapelle als Mahnmal für Toleranz und Völkerverständigung.
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