Die Geisterrunde von Bacharach
Bacharach am Rhein ist eine uralte Stadt mit historischen, alten Mauern. Hier wurden die Gespensterforscher fündig.
Dreizehn gespenstige Stationen, Türme, Treppen und Brücken wurden in Bacharach ausgemacht; aber es sollen noch weitaus mehr Geister hier ihr Unwesen treiben. Denn in dieser alten Stadt wächst seit dem römischen Kaiser Probus der Wein. Und so mögen bei manchen Stadtgeistern auch die Weingeister eine Rolle mitgespielt haben.
Einer der gespenstigen Orte in Bacharach ist die Wernerkapelle, die 1288 auf den Fundamenten der älteren Kunibertkapelle errichtet wurde. Im Zusammenhang mit der Kapelle gibt es eine grausige mittelalterliche Legende: In der Nähe von Bacharach fand man die übel zugerichtete Leiche eines Knaben mit dem Namen Werner. Die Leiche habe keinen Verwesungsgeruch ausgeströmt, sondern zarten Veilchenduft. Auch sei der Fundort des zerschundenen Knabenkörpers von hellem Lichtschein überstrahlt gewesen und er wurde nicht von wilden Tieren angefallen. So die Legende. Die Ermordung des Jungen wurde ungerechtfertigter Weise der jüdischen Bevölkerung angelastet und bildete den Anlass für schlimme Judenpogrome. Die Bevölkerung baute zu Ehren des Knaben über seinem Grab eine Kapelle, die heutige Wernerkapelle, dessen Bau sich über einen Zeitraum von etwa 150 Jahren (ca. 1288-1430) erstreckte.
Er wurde 1287 in Oberwesel umgebracht. Seine Leiche soll entgegen aller Naturgesetzte stromaufwärts getrieben sein, Licht und wunderbare Düfte ausgestrahlt haben und schon bald nach seiner Beisetzung sollen die ersten Wunder an seinem Grab geschehen sein. So soll der tote Werner Neugeborene geheilt haben, die von ihren Müttern zum Grab des „heiligen Kindes“ – so nannte man Werner – gebracht wurden. Und auch die Ketten von Gefangenen soll er gesprengt haben. So wuchs seine Beliebtheit und schon bald darauf strömten Hunderttausende zu seinem Grab.
Und so erzählen noch weitere 12 Stationen in Bacharach wundersame und gruselige Geschichten. | Das alte Weinstädtchen war ursprünglich ein römisches Heiligtum für den Gott Bacchus. In Bacharach, einem der romantischsten Städtchen im Mittelrheintal, quartierten sich bereits im 14. Jahrhundert viele Könige und Kaiser während der Fürstenversammlungen ein. Sehenswert sind die romantischen Gassen und die Stadtbefestigung aus dem 14. Jahrhundert.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind u. a. das „Alte Haus“, Haus Sickingen, das Zehnthaus, der "Posthof" und die kurpfälzische Münze sowie Bacharachs Wahrzeichen - die hochgotische Wernerkapelle aus dem 13. Jahrhundert.
Die früher vielbesuchte "Wernerkapelle" zählt auch in ihrem heutigen Zustand als Ruine noch zu den schönsten Schöpfungen gotischer Architektur der ganzen Rheinlandschaft.
Das Alte Haus ist eines der bekanntesten mittelalterlichen Fachwerkhäuser am Rhein. Von vielen Rheindichtern besungen, wurde es auch in einigen Filmen Ort der Handlung und Robert Stolz wählte es als Schauplatz für seine Operette "Wenn die kleinen Veilchen blühn".
Ebenfalls bekannt ist das 1585 erbaute "Haus Utsch". Im 18. Jahrhundert residierte in dem mittelalterlichen Fachwerkhaus Friedrich Wilhelm Utsch, auch bekannt als "der Jäger aus Kurpfalz". Im Posthof, dem Herzen von Bacharach, pulsierte schon im 19. Jahrhundert das Leben und so gab sich der europäische Hochadel hier ein Stelldichein.
Über der Stadt thront Burg Stahleck. Lohnenswert ist auch der Besuch der Schloßruine Fürstenberg in Rheindiebach und der Rheinanlagen ebenso wie der steile Weg hinauf zum Postenturm.
Von hier aus hat man einen einmaligen Panoramablick über Bacharach, die "heimliche Hauptstadt der Rheinromantik", denn schon viele Maler haben Bacharach in Bildern festgehalten und damit den Mythos der Rheinromantik erschaffen. |