Hildegard von Bingen und der Disibodenberg
Auf den Fundamenten alter keltischer und römischer Kultstätten wurde Anfang des 11. Jahrhundert auf dem Disibodenberg ein benedik- tinischer Klosterkomplex errichtet. Im Jahre 1112 trat die damals 14-jährige Hildegard in die Frauenklause des Kosters ein und wurde 1136 mit der Leitung betraut.
In den Jahren nach 1141 entstand hier mit ihrem ersten Buch Scivias (Wisse die Wege) ein visionäres Werk, das den Geschichtsverlauf von der Erschaffung der Welt bis zum Jüngsten Gericht in persönlichen, aber von zeitgenössisch- theologischen Vorstellungen geprägten Visionen betrachtet und deutet. Dieses Werk, das ihr große Anerkennung selbst in der damaligen, von Männern beherschten Welt, einbrachte, begründete den Ruhm Hildegards als prophetische Mystikerin.
Im Jahr 1150 verließ sie den Disibodenberg und starb 1176 als Äbtissin auf den Kloster Rupertsberg bei Rüdesheim.
Obwohl sie offiziell nie heilig gesprochen wurde, zählt die „Heilige Hildegard von Bingen“ zu den herausragensten Frauen- gestalten des deutschen Mittelalters. Sie gilt als erste Naturforscherin und erste Ärztin. Sie war Dichterin, Komponistin, hielt Predigten auf Marktplätzen (für die damalige Zeit unerhört) und führte einen der umfangreichsten Briefwechsel des Mittelalters, unter anderem mit Kaiser Friedrich Barbarossa und Papst Alexander III.
Und bis heute orientieren sich Million gesundheitsbewußter Menschen auf der ganzen Welt an ihren Ratschlägen zur heilenden Kraft von Steinen, der Wirkung von Kräutern auf Körper und Geist und des besonderen Wertes von Dinkel. | Erstmals wurde Bad Sobernheim 1074 als „Villa Suberenheim“ erwähnt. Pastor Emanuel Felke entwickelte hier eine Kur, die heute den Charakter der Stadt mitbestimmt. Daher erinnert auch sein Denkmal am Bahnhof an den Geistlichen. Nach der Anerkennung zum Felke- Heilbad 1989 wurde Sobernheim 1995 schließlich der Titel „Bad“ verliehen. Die Kurhäuser am Maasberg, Dhonau und Menschel verwirklichen in ruhiger Waldnähe diese Prinzipien.
Bad Sobernheim glänzt mit seinen schönen geistlichen Bauten. So ist die Matthiaskirche eines der ältesten spätgotischen Gotteshäuser im Nahetal und beherbergt eine 250 Jahre alte Stummorgel. Beeindruckend sind ebenso die vielen Adelshöfe der Stadt, wie z. B. das Haus „zum kleinen Erker“ von 1614, das mit ornamentalen Außenfenstern geschmückt ist. Besonders erwähnenswert ist der Renaissancebau Priorhof von 1572. In ihm ist das Heimatmuseum untergebracht. Eines der beliebtesten Ausflugsziele ist die Klosterruine Disibodenberg. Hier wo früher die Heilige Hildegard von Bingen wirkte, lädt zudem heute ein Museum, ein Cafe und der Hofladen des dort gelegenen Weingutes zum Besuch ein.
Besondere Ausflugsziele sind das Freilichtmuseum mit vier Dörfern im Nachtigallental, der mit 3,5 km längste Barfußpfad Deutschlands und die Fahrrad-Draisine. Hier kann der Besucher auf den Schienen einer 40 km langen stillgelegten Bahnstrecke die Landschaft „radelnd“ erkunden. |