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Das Begleitbuch zum Rheinischen Sagenweg
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Ein Märchen geht um die Welt

„Ein Märchen aus alten Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn.“ Dies sind die Worte Heinrich Heines in seinem Gedicht über die Loreley, das von Heines Verleger Julius Campe 1824 in der Sammlung „Drei und Dreißig Gedichte“ veröffentlicht wurde. Auch Clemens Brentano hatte sich schon einige Jahre zuvor hier im Mittelrheintal zu seinem „Rheinmärchen“ anregen lassen, in dem er die „Lore Lay“ erschaffen hat. Der Mythos um die betörende Jungfrau, der damals entstand, ist einer der Gründe dafür, dass das „Tal der Loreley“ nun schon seit zweihundert Jahren das Ziel von Reisenden aus aller Welt ist. Und kaum einer wird sich den starken Gefühlen entziehen können, die von dieser wunderschönen Landschaft und ihren zahlreichen Sagen und Geschichten ausgehen. So erging es wohl auch dem Komponisten Engelbert Humperdinck, der sich in Boppard zu seinen weltweit bekannten und erfolgreichen Märchenopern hat inspirieren lassen. Sein „Schlösschen“, das „Humperdinck-Schlösschen“ in Boppard, wurde zu seinem Refugium, und die Märchenoper „Königskinder“, die im Dezember 1910 an der Metropolitan Oper in New York uraufgeführt wurde, zu einem großartigen und „märchenhaften“ Welterfolg.

 

Geboren wurde Engelbert Humperdinck am 1. September 1854 in Siegburg als Sohn eines Gymnasiallehrers. Seine Mutter, eine begabte Sängerin, erkannte und förderte bereits früh das musikalische Talent ihres Sohnes. Auch in der Fachwelt erkannte man bald Humperdincks Begabung. Im Jahr 1879 gewann er in Berlin den ersten Preis der Mendelssohn- Stiftung und dazu eine Italienreise, durch die es am 9. März 1880 in Neapel zu einer schicksalhaften Begegnung mit Richard Wagner kam. Dieser bot Humperdinck an, ihm als sein Assistent bei der Vorbereitung der Uraufführung des „Parsifal“ zu helfen. Humperdinck nahm das Angebot Wagners an und arbeitete mit ihm bis zu dessen Tod 1883 zusammen. Auch wenn Humperdinck viel zartgliedriger als Wagner komponierte, verehrte er seinen „väterlichen Freund“ Wagner sehr, wie er es selbst bei dessen Beisetzung kundtat. Berühmt wurde Humperdinck, als er seiner Schwester einen Wunsch erfüllte. Die poesiebegeisterte Adelheid schrieb Grimmsche Märchen zu Theaterstücken um und bat den Bruder, ihr zu „Hänsel und Gretel“ die passende Musik zu komponieren. So entstand die gleichnamige Märchenoper, die am 23. Dezember 1893 in Weimar uraufgeführt wurde. Kein Geringerer als Richard Strauss hielt dabei den Taktstock. Die Oper wurde zu einem „märchenhaften“ Erfolg, sorgte auch im Ausland für Furore und brachte Humperdinck weltweiten Ruhm ein. Neben dem künstlerischen Erfolg verhalf ihm dieses Werk auch zu dem Wohlstand, der es ihm ermöglichte, sich in seinem geliebten Rheinland einen Wohnsitz einzurichten. Humperdinck konnte sich so den Wunschtraum eines jeden freischaffenden Künstlers erfüllen, an einem schönen Ort und ohne Alltagssorgen sich seinen Neigungen widmen zu können. Dabei hatte es ihm, wie sein Sohn später bestätigte, die reizvolle und verkehrsgünstig am romantischen Mittelrhein gelegene, geschichtsträchtige Stadt Boppard besonders angetan. So kaufte er sich 1895 das Haus, das er nach seinem Geschmack umgestalten ließ und das heute als das „Humperdinck- Schlösschen“ bekannt ist. Oft soll er hier frühmorgens zu Wanderungen aufgebrochen sein, und was ihm dabei an Melodien in den Kopf gekommen ist, hat er in seinem „Bopparder Skizzenbuch“ notiert. 1907 wurde das „Schlösschen“ zum Refugium für eine seiner großen Kompositionen, und Humperdinck bezeichnete die beiden folgenden Sommer als die glücklichste Schaffensperiode in seinem Leben. Es entstand sein zweiter Welterfolg: die Märchenoper „Königskinder“. Das Werk wurde am 28. Dezember 1910 an der New Yorker Metropolitan Opera, der schon damals legendären „Met“, uraufgeführt. Der Erfolg seiner Werke währt bis heute, und einige seiner Kompositionen gehören inzwischen zum allgemeinen Liedgut, wie zum Beispiel „Ein Männlein steht im Walde“, „Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh“ und „Brüderchen, komm tanz mit mir“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“. Am 27. September 1921 starb Engelbert Humperdinck bei einem Aufenthalt in Neustrelitz. Sein „Schlösschen“ wurde bis in die Mitte der 1930er Jahre von seinem Sohn und dessen Familie bewohnt, der es damals auch als Gedenkstätte für seinen Vater ausstattete. Heute ist es ein privates Wohnhaus und kann daher nur von außen besichtigt werden.






Wissenswertes

Wer sich für Engelbert Humperdinck und sein Werk interessiert, kann sich zahlreiche Informationen aus dem Internet holen oder sich an den Verein Engelbert-Humperdinck- Freunde Siegburg e.V. wenden (Telefon 02241/33 42 65, www.engelbert-humperdinck-musikschule.de ). Und mit den Schichtholzstühlen des Tischlers Michael Thonet, die in der Thonet Ausstellung des Museums der Stadt Boppard ausgestellt sind, sowie den Erzeugnissen von Dr. Heinz Maurer, der die Bedeutung von Reinigungsprodukten für die Haut mit einem ph-Wert von 5,5 erkannte und die Firma Sebamed gründete, entstanden hier in Boppard weitere „märchenhafte“ Erfolge, die um die ganze Welt gingen.






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Taschenbuchausgabe: 14,95 Euro, ISBN 3-7616-1869-7

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Gebundene Ausgabe:  19,95 Euro, ISBN 3-7616-1986-3

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