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| Das Begleitbuch zum Rheinischen Sagenweg |
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Die erstmalige urkundliche Erwähnung des Ortes, an dem sich bereits in der Bronzezeit um 1800 v. Chr. eine Besiedlung nachweisen lässt, stammt aus den Jahren 691/692. Damals hatte der Merowinger Helmgar der Basilika St. Kassius und Florentinus – an deren Stelle heute die Bonner Münsterbasilika steht – einen Weingarten mit Hof geschenkt, der im Dorf Braubach lag. Diese Schenkung bezeugt zugleich die weit zurückreichende Geschichte des Weinbaus in Braubach, das sich auch gern als Wein- und Rosenstadt bezeichnet, und der 1276 von König Rudolf von Habsburg die Stadtrechte verliehen wurden. Die ersten Rebstöcke wurden auf den Hängen rund um die Marksburg gepflanzt. Die Bezeichnung als Rosenstadt verdankt Braubach Johann Dennert, der Ende des 19. Jh. den Grundstein für die prächtigen und weithin bekannten Rosenanlagen legte. „Möge es niemand versäumen, sich den Rosenflor anzusehen und einige Stunden zu verweilen, in Braubach, dem Garten am Rhein“, wurde bereits um die Jahrhundertwende die dortige Uferpromenade lyrisch beschrieben. Hier, in den wunderschönen Rheinanlagen, befindet sich auch das Kriegerdenkmal, ein aus alten Bruchsteinen errichteter Turm, der an die im Krieg gefallenen Bürger Braubachs erinnert. Früher durchzogen zahlreiche Bleierzgänge das heutige Stadtgebiet. Da sie an der Erdoberfläche zutage traten, war der Abbau, der bereits von Kelten und Römern betrieben wurde, mit einfachen Mitteln möglich. 1301 verlieh König Albrecht dem Grafen von Katzenelnbogen das Recht, hier neben Blei auch Silber abzubauen, was die Grundlage für den Reichtum der Grafenfamilie sowie Braubachs schuf. Letztes Zeugnis dieser Aktivitäten ist die Blei- und Silberhütte von Braubach, auch wenn man sich dort heute dem Recycling von Autobatterien widmet. Der berühmteste, 1888 hier geborene Sohn der Stadt ist der Kammersänger Heinrich Schlusnus. Nach seinem erfolgreichen Weg durch die großen Opernhäuser dieser Welt fand er 1952 neben der Martinskapelle seine letzte Ruhestätte.
zur Chronik von Braubach
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Die um 1230 errichtete Marksburg thront als Wahrzeichen imposant über der Stadt. Neben zahlreichen Sehenswürdigkeiten, u. a. den Kanonen, der so genannten Folterkammer, Burgküche, Rittersaal und Rüstkammer, empfiehlt sich ein Besuch des mittelalterlichen botanischen Gartens der Burg mit seinen 160 Heil-, Nutz- und Zauberpflanzen nach Karl dem Großen und Hildegard von Bingen. Nach einem Rundgang durch die Burganlage lässt sich bei einer Rast in der Burgschänke der herrliche Blick über das Rheintal genießen. Am Südende der Stadt steht die Philippsburg. Landgraf Philipp der Zweite ließ sie ab 1567 als Witwensitz für seine Gemahlin bauen. Heute hat hier das Europäische Burgeninstitut seinen Sitz. Sehenswerte Fachwerkgiebel schmücken die leider durch den Eisenbahnbau 1880 dezimierte Anlage. Die älteste Kirche ist die Barbarakirche, die nach dem Bau der Stadtmauer 1276 erbaut wurde und heute als Gemeindezentrum dient. Auf halber Höhe zur Marksburg findet sich die Martinskapelle, die von einem uralten Friedhof umgeben ist und von der man einen wunderschönen Ausblick auf den Rhein hat. Die malerische Altstadt mit Resten der alten Stadtmauer sowie das Obertor verleihen Braubach seinen reizvollen mittelalterlichen Charme. Im Ortskern steht eine große Anzahl an kunstvoll restaurierten Fachwerkhäusern aus dem 16. – 18. Jh. mit liebevoll bepflanzten Höfen. Einige dieser Häuser beherbergen einladende Gaststätten, z. B. der historische Landgasthof „Zum weißen Schwanen“ mit seiner alten Mühle und dem noch funktionierenden Mühlrad, oder der Eck-Fritz aus dem Jahre 1597.
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Die Täler und Höhen rund um Braubach werden von zahlreichen Höhenwegen, z. B. dem Naturlehrpfad Mittelrhein und dem Rheinsteig, durchzogen und bieten Wanderern ungeahnte Eindrücke und wunderschöne Ausblicke. Zu den Höhepunkten im Veranstaltungskalender zählen Rhein in Flammen (immer am 2. Samstag im August) mit angeschlossenem Sommernachtsfest, das traditionelle Winzerfest mit Höhenfeuerwerk und Festzug (Anfang Oktober) sowie der romantische Weihnachtsmarkt in der historischen Altstadt.
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Der „Rheinische Sagenweg” ist ein Projekt der „Märchen- und Sagenwelten” im J.P. Bachem Verlag
in Kooperation mit der Deutschen Zentrale für Tourismus, den Tourismusverbänden von Nordrhein-Westfalen
und Rheinland-Pfalz, dem Rheinsteig Büro und dem Sekretariat für das Welterbe in Rheinland-Pfalz
sowie den Tourismusgesellschaften „Romantischer Rhein”, „Mosellandtouristik, „Lahn-Taunus Touristik”,
„Naheland Touristik” und „Rheingau Taunus Kultur und Tourismus”. |
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