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Rheinischer Sagenweg
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Herzlich Willkommen am wunderschönen, „sagenhaft” romantischen Rhein sowie seinen Nebenflüssen Mosel, Lahn und Nahe
Im Begleitbuch zum „Rheinischen Sagenweg” und auf diesen Internetseiten sind zahlreiche Sagen und Geschichten zusammengetragen, die zu dem kulturellen Schatz der Städte und Orte entlang des „Rheinischen Sagenwegs” gehören und den Rhein zu einem so sagenumwobenen Fluss gemacht haben. Manche von ihnen wurden bereits seit dem Mittelalter überliefert, andere haben sich später entwickelt. Eine der herausragendsten Sagen, auch im wahrsten Sinne des Wortes, ist die von der verführerischen „Loreley”. Nüchtern betrachtet war und ist die Loreley zunächst nichts weiter als ein 193 Meter hoher Felsen an einer der engsten und gefährlichsten Stellen des Rheins, an der früher viele Schiffe kenterten und Bootsmänner ums Leben kamen. Die personifizierte Sagengestalt der „Loreley” ist erst durch das von Clemens Brentano im Jahr 1800 verfasste Gedicht „Lore Lay“ erschaffen worden. Mit Heinrich Heines 1824 veröffentlichtem Gedicht, das mit den bekannten Worten „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten …” beginnt, hat der Mythos um die betörende Jungfrau weltweiten Ruhm erlangt, was dazu beigetragen hat, dass jährlich Hunderttausende von Besuchern aus dem In- und Ausland zu diesem Felsen reisen. Dies verdeutlicht, welch große kulturelle, aber auch touristische Bedeutung diese und andere Sagen und Geschichten für die Region hatten und haben. Heutzutage lässt sich zwar kaum genau sagen, wann oder wie eine Sage entstanden ist, aber – im Gegensatz zu Märchen, die keine Verbindung zur Realität aufweisen – können Sagen meist mit tatsächlich existierenden Orten in Verbindung gebracht werden oder ranken sich um Personen, die wirklich gelebt haben. Sagen sind häufig nichts anderes als alte Geschichten, die einen wahren Kern haben. Um sie herum entwickelte sich dann im Laufe der Zeit durch Hinzudichtung oder Veränderung eine Erzählung, die eine Begebenheit, einen Ort oder einen bestimmten Menschen in eine Dramaturgie einbettet.
Die Sagenbildung erfolgte vor allem dann besonders schnell, wenn Erzählungen bestimmten Zielen dienen sollten und ihr Wahrheitsgehalt nicht überprüfbar war. Im Mittelalter verfügten die Menschen nicht annährend über die heutigen Möglichkeiten sich zu informieren, der Großteil konnte nicht lesen und Bücher waren Luxusgüter. Die Überprüfbarkeit von Geschichten beschränkte sich auf den eigenen Verstand und die Meinung der Nachbarn. Hexen und Teufel existierten in der Vorstellung vieler Menschen. Bestimmte Ereignisse konnten nur mit dem Übernatürlichen erklärt werden. Die Angst vor dem Unbekannten konnte so kanalisiert werden und für unbegreifliche Phänomene wurde so eine Erklärung gefunden.
Auch die Sage von der Loreley hat nur im Kern einen wahren Bestandteil: Es ist der Felsen, um den sich bereits seit vielen hundert Jahren ein Mythos rankte. Aber erst durch weitere Hinzudichtungen und die Verbreitung der Geschichten um den Zauber der Jungfrau durch die Literaten, Maler und Musiker des 19. und 20. Jahrhunderts erlangte sie eine Strahlkraft, die ihr Licht auf die wunderschöne und romantische Landschaft des Mittelrheins lenkte – was sicherlich mit dazu beigetragen hat, dass das Rheintal zwischen Koblenz und Bingen im Jahr 2002 die Wertschätzung als Weltkulturerbegebiet erlangt hat. Jedoch wurden die Sagen oft auch ausgenutzt. So diente die Loreley Schiffern, die ihre Kähne in der engen Schlucht am Fuße des Felsens nicht mehr unter Kontrolle halten konnten, zuweilen als Ausrede für die eigene Unfähigkeit. Und die Nationalsozialisten missbrauchten die Sagen für ihre Ideologie, denn nach ihrer Vorstellung führten sie das deutsche Volk zu den Wurzeln seiner „völkischen“ Existenz: zu der „lebendigen, mütterlich-bewahrenden Seele des Volkes“. So passte auch die Überhöhung der Loreley als Symbol der Germanen gut in das national-sozialistische Programm, und ab 1934 ließen sie daher auf der Spitze des Felsens auch eine Freilichtbühne errichten, die als Gedenkstätte gedacht war, wodurch sie sich als Nachfolger der Preußen mit einer neuen Art von „Wacht am Rhein“ darzustellen versuchten.
Seit dem Beginn der „Rheinromantik“ wurden die Sagen in unzähligen Buchausgaben immer wieder neu verfasst, da sie sich beim Publikum ungebrochener Beliebtheit erfreuten. 1816 hatten die Brüder Grimm eine Sammlung deutscher Ortssagen herausgegeben, in die sie bereits einige rheinische Sagen aufgenommen hatten. 1818 folgte dann der zweite Teil ihres Werks „Deutsche Sagen“ mit der Zusammenstellung geschichtlicher Sagen. Die erfolgreichste Sammlung war jedoch die des Germanisten Karl Simrock, die unter dem Titel „Rheinsagen aus dem Munde des Volkes und deutscher Dichter“ erstmals 1837 erschien. Es wundert daher – dies alles zu Grunde gelegt – nicht, dass die rheinischen Sagen und Geschichten über die Jahrhunderte seit ihrer Entstehung nichts von ihrer Faszination verloren haben: Sie haben Bezug zu ihrer realen Umgebung, wecken Erinnerungen und Sehnsüchte und spiegeln die kulturellen und gesellschaftlichen Eigenheiten der Zeit und der Gegend ihrer Entstehung wider. Sie erzählen von Landschaften, Gebäuden und Denkmälern, die oftmals erst durch sie ihren touristischen Reiz erhalten haben. Mit dem „Rheinischen Sagenweg“ ist nun eine neue Ferienstraße entstanden, die an diese „sagenhafte“ Tradition anknüpft und literarisch zu über 100 faszinierenden Sehenswürdigkeiten zwischen Düsseldorf und Mainz führt. An 48 Orten entlang des Rheins sowie seiner Nebenflüsse Mosel, Lahn und Nahe erzählen sie von romantischen und tragischen Sagen, wundersamen Legenden und interessanten Geschichten, die Teil der Geschichte und Kultur des Rheinlandes sind. Der „Rheinische Sagenweg“ möchte dazu einladen, sich auf die Spuren der Vergangenheit mit ihren unterhaltsamen Sagen, Geschichten und Legenden zu begeben, die Orte der Handlungen zu besuchen und dabei auch die vielen weiteren Sehenswürdigkeiten, eindrucksvollen Landschaften und ebenso wunderschönen wie gastfreundlichen Orte am Mittelrhein sowie an Mosel, Lahn und Nahe neu zu entdecken.
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Der „Rheinische Sagenweg” ist ein Projekt der „Märchen- und Sagenwelten” im J.P. Bachem Verlag in Kooperation mit der Deutschen Zentrale für Tourismus, den Tourismusverbänden von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, dem Rheinsteig Büro und dem Sekretariat für das Welterbe in Rheinland-Pfalz sowie den Tourismusgesellschaften „Romantischer Rhein”, „Mosellandtouristik, „Lahn-Taunus Touristik”, „Naheland Touristik” und „Rheingau Taunus Kultur und Tourismus”. |
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