Rheinischer Sagenweg | Stationen | Idar Oberstein




Das Begleitbuch zum Rheinischen Sagenweg
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Deutsches Edelsteinmuseum

Edelstein-Erlebniswelt

Schloss Oberstein

Museum Idar-Oberstein

Industriedenkmal Jakob Bengel

Sühne für einen Brudermord

Hoch über Idar-Oberstein thront auf einem Felsen die Burgruine Bosselstein. Darunter, 60 Meter über der Stadt und in den Fels geschlagen, entdeckt der Reisende aus dem Nahetal vom Rhein her kommend, am Ortseingang von Oberstein die Felsenkirche, das sagen- umwobene Wahrzeichen von Idar-Oberstein, das längst weit über die Grenzen Europas Bekanntheit erworben hat.

Die Sühne für einen Brudermord war der Sage nach der Grund für den Bau der Kirche. Mitte des 11. Jahrhunderts sollen auf der Burg Bosselstein zwei Brüder gelebt haben, Emich und Wyrich. Beide sollen großen Gefallen an dem schönen Ritterfräulein Berta von Lichtenburg gefunden haben. Doch ihre Liebe galt Emich, dem jüngeren der beiden Brüder.

Während einer Abwesenheit von Wyrich hatte sich Emich mit Berta verlobt. Zurückgekehrt geriet Wyrich wegen der Verlobung so in Rage, dass er seinen Bruder aus dem Burgfenster in den Abgrund stürzte. Große Schuld hatte Wyrich auf sich geladen und so suchte er den Tod auf den Schlachtfeldern Europas, was ihm jedoch nicht gelang. So kehrte er zurück in seine Heimat und beichtete einem Abt das Verbrechen. Dieser trug ihm auf, als Sühne für seine Untat mit eigenen Händen eine Kapelle zu bauen, und zwar an jener Stelle, an dem man den Leichnam seines Bruders gefunden hatte. Viele Jahre arbeitete Wyrich an der Kapelle, beseelt von dem Wunsche, Gott möge ihm seine Schuld vergeben.

Als er den Bau vollendet hatte, entsprang dem Felsen eine Quelle, die heute noch in der Kirche fließt. Bei der Einweihung der Kapelle sank Wyrich am Altar vor dem Abt tot nieder und so fand auch er in der Gruft, die er für die Gebeine seines Bruders gemeißelt hatte, zusammen mit Emich seine letzte Ruhestätte.

Idar-Oberstein - die Schatzkammer der Natur!

Nach urkundlicher Erwähnung werden in Idar-Oberstein seit 1375 Edelsteine abgebaut. Als die Herren von Oberstein etwa hundert Jahre später die Ausfuhr von Rohsteinen verboten, war dies die Geburtsstunde der weltberühmten Idar-Obersteiner Edelstein- und Schmuckindustrie. Das Deutsche Edelsteinmuseum, Edelsteinminen, eine historische Weiherschleife und seit neuestem die Edelstein-Erlebniswelten verzaubern hier nicht nur das weibliche Geschlecht, sondern geben allen Besuchern interessante Einblicke, angefangen vom Abbau der Edelsteine bis hin zu deren kunstvoller Verarbeitung.

Edelsteine sind jedoch nicht die einzigen Schmuckstücke, die diese Stadt, die aus der Zusammenlegung der Städte Idar und Oberstein entstand, ihren Besuchern zu bieten hat. Neben der Felsenkirche gibt es eine Reihe weiterer touristischer Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch dieser Stadt zwischen Rhein und Hunsrück lohnenswert machen. Dazu zählt das Museum Idar-Oberstein am Fuße der Felsenkirche, das umgeben ist vom alten Obersteiner Markplatz mit den angrenzenden historischen Gassen, das Industriedenkmal Jakob Bengel, das Einblick in historische Fabrikationsräume und Arbeitsweisen der letzten eineinhalb Jahrhunderte gibt sowie das Schloss Oberstein, um nur einige Sehenswürdigkeiten zu benennen.

Umgeben von geschwungenen Mittelgebirgshöhen und bezaubernden Flusstälern bietet die Stadt zudem vielfältige Ausflugsmöglichkeiten in die reizvollen Landschaften und Naturschutzgebiete des Nahetals zwischen Rhein und Hunsrück oder entlang der Deutschen Edelsteinstraße, einer der anderen sehenswerten Ferienstraßen in Deutschland.



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