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Der Pfalzgraf Konrad von Staufen hatte eine Tochter, deren Schönheit und Anmut weithin bekannt waren. Und so geschah es, dass auch der Welfe Heinrich der Lange sich in sie verliebte. Agnes fand ebenfalls Gefallen an dem Herzog. Doch als ihr Vater hörte, dass sich ein Welfe um die Hand seiner Tochter bemühte, sperrte er Agnes in dem von ihm erbauten Rheinkastell ein, um weiteres „Unglück“ zu verhindern. Doch Agnes` Mutter konnte an dieser Liebschaft nichts Schlechtes entdecken und sann auf eine List. Sie sandte einen Boten aus, um Heinrich, der auf seiner Burg weilte, zu informieren. Dieser kehrte sofort zum Rhein zurück, setzte über zum Kastell, und mit einem von der Mutter erkauften Priester wurde die Trauung der beiden vollzogen. Frohlockend eilte nun die Gräfin zu ihrem Mann, um ihm zu berichten. Sie wusste dabei ihre noch immer außergewöhnlichen Reize und große Liebenswürdigkeit so gut zu entfalten, dass des Pfalzgrafen Zorn schnell besiegt und von den warmen Küssen der Gattin hinweggehaucht war. Um sich jedoch für den gespielten Betrug eine Genugtuung zu verschaffen, ordnete er an, dass Agnes und Heinrich so lange als Gefangene im Turm bleiben müssten, bis sie einem Sohn das Leben geschenkt haben. Warum und wie die Burg Pfalzgrafenstein Ort der Handlung der Sage wurde, ist nicht bekannt. Denn tatsächlich wurde sie erst 1327 erbaut, und geheiratet haben Agnes und Heinrich bereits 1194 auf Burg Stahleck.
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Rheinische Sagen & Geschichten
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