Rheinischer Sagenweg | Stationen | Kaub / Lorch




Das Begleitbuch zum Rheinischen Sagenweg
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Übersichtskarte und Routenbeschreibung

Die Initiative zum Flaschenhals

Informationen zu Hotels/Restaurants, Stadtführungen, Veranstaltungen und vielem mehr ...


Blücher-Denkmal

Steinbrücke über die Wisper

Ruine Burg Nollig


Sehenswürdigkeiten

Burg Pfalzgrafenstein

Die ehemalige Zollstation auf der kleinen Insel im Rhein ist ein Symbol der Rheinromantik.


Hotel/Gastronomie

Weingut Bahles

Das Weingut mit Hotel und eigener Brennerei befindet sich schon in der 4. Generation in Famielenbesitz. Die hauseigenen Weine können im urigen Weinhaus genossen werden.

Hotel & Restaurant

Neben dem alten Stadtturm liegt das Hotel & Restaurant "Zum Turm". Mit den eigenen Kreationen aus marktfrischen Produkten ist es nicht nur für Feinschmecker ein Erlebnis.

Der Freistaat Flaschenhals

Was sich heute wie ein launiger Scherz anhören mag, war noch vor 85 Jahren ein einzigartiger Kleinstaat, entstanden in schwerer Zeit nach den Wirren des 1. Weltkrieges, er existierte vom 10. Januar 1919 bis zum 25. Februar 1923.

Wie kam es dazu?

Die westlich des Rheins gelegenen Provinzen Deutschlands waren von den alliierten Armeen besetzt. Um auch östlich des Rheins militärisch präsent zu sein, wurden von den Siegermächten bei Köln, Koblenz und Mainz halbkreisförmige Brückenköpfe mit einem Radius von 30 km eingerichtet.

Die Brückenköpfe von Mainz (französisch) und Koblenz (amerikanisch) berührten sich bei Laufenselden im Taunus. Und Kreise, die sich berühren, statt zu überlappen, hinterlassen einen freien Raum zwischen sich: ein unbesetztes Gebiet in Form eines Flaschenhalses war entstanden - der "FREISTAAT FLASCHENHALS". Ein winziger Freistaat, der in seiner Existenzmöglichkeit stark eingeschränkt war, abgeschnitten vom übrigen Deutschland, das als "Weimarer Republik" in die Geschichte einging.

Da die Versorgungslage, bedingt durch die äußeren Umstände äußerst schwierig war, blühte bei Nacht und Nebel der Schmuggelverkehr über den Rhein. Der wurde allerdings von den Franzosen vom linken Rheinufer aus mit starken Scheinwerfern überwacht und gestört. Mutige Freistaatsbuben sahen sich daher veranlasst, am Lorcher Ufer die Hosen herunter zu lassen, um sich kostenlos beim Franzmann das Hinterteil "bestrahlen" zu lassen.

Erst am 25. Februar 1923 wurde der Freistaat entgegen den Vereinbarungen von "Versailles" von Französischen Truppen besetzt, die am 16. November 1924 wieder abziehen und den Freistaat Flaschenhals freigeben mussten. Und damit war eines der einzigartigsten und außergewöhnlichsten Kapitel der deutschen Geschichte beendet.

Nicht oft auf der Welt finden sich so viele Klöster, gotische Kirchen, mächtige Burgen und verträumte Schlösser auf so engem Raum wie bei den malerisch gelegenen kleinen Orten Kaub und Lorch.

Kaub

Das mittelalterliche Weinstädtchen mit der größten Weinbaufläche am Mittelrhein liegt rechts des Stromes und war früher Hauptsitz des rheinischen Schieferbergbaus. Blücher, der hier in der Neujahrsnacht 1813/14 über den Rhein setzte und die Franzosen vertrieb, und das "Elslein von Kaub" haben hier Geschichte geschrieben. In der Mitte des Flusses liegt Kaubs eindruckvollstes Wahrzeichen: die Wasserburg Pfalzgrafenstein inmitten des Rheins. Außerdem ziert den Winzerort die Burg Gutenfels. Hier ist auch der Ursprung der Geschichte des Elslein von Kaub, Else Welzer, der Tochter eines Geschützgießer Meisters, die wegen der Liebe zu einem Gesellen das Vaterhaus verlassen musste, aber gerade rechtzeitig zurückkehrte, um den Einsatz-Truppen den rechten Weg durch die Klippen des Rheines zu weisen, und zwar als Soldat verkleidet.

Theaterfreunde sollten die Kauber Theatertage in ihrem Kalender (Juli) vermerken und Freunde guten Weines das Kauber Winzerfest (September).

Lorch

Der schon seit karolingischer Zeit für Weinbau bekannte Ort und staatlich anerkannte Erholungsort ist eines der ältesten Rheinstädtchen. Lorch wurde erstmals im Jahre 1085 urkundlich erwähnt, doch durch Bodenfunde wurde bestätigt, dass frühere Siedlungen in keltischer und römischer Zeit bestanden.

Sehenswert sind die Burg Nollig, die katholische Pfarrkirche St. Martin aus dem 13. Jahrhundert, das Kunst- und Heimatmuseum mit einer Skulpturensammlung, die schöne, doppelbögige Brücke über die Wisper von 1567 aus rotem und hellen Sandstein, der »Strunk«, ein alter Befestigungsturm von 1527 und viele weitere historische Bauten sowie Burgen im Hinterland.



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