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Das Begleitbuch zum Rheinischen Sagenweg
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Der Geist des Ritterfräuleins

Einst verliebte sich ein Ritterfräulein aus Burg Lahneck in einen jungen Ritter aus der Umgebung, der ihre Liebe auch erwiderte. Doch der Vater hatte seine Tochter bereits einem anderen versprochen und verbot den beiden, sich zu sehen. Den Liebenden blieb nichts anderes übrig, als sich fortan heimlich zu treffen. Immer wenn der Vater die Burg verließ, gab das Mädchen ein Zeichen, indem sie ihren Schleier an die höchste Zinne des Bergfrieds hängte. Der Ritter, der den Turm von seinem Heim auf der anderen Seite der Lahn gut sehen konnte, schwang sich dann sogleich auf sein Pferd und durchquerte den Fluss, um zu seiner Geliebten zu kommen. Eines Tages war der Vater fort nach Koblenz, und der Schleier hing wie immer als Zeichen an der Zinne. Der junge Ritter bestieg auch sofort sein Pferd und ritt los zum Ufer des Flusses. Doch es war mitten im Herbst, es hatte die Zeit zuvor unentwegt geregnet, sodass die Lahn an diesem Tag Hochwasser führte. Verliebt wie er war, ließ sich der junge Mann davon jedoch nicht abhalten und wollte den Fluss trotzdem durchqueren. Aber die Strömung war zu stark. Mitten im Fluss verlor das Pferd den Halt und stürzte mitsamt seinem Reiter in die reißenden Fluten, wo beide ertranken. Vergeblich wartete das Mädchen an diesem und am nächsten Tage auf ihren Geliebten. Als sie endlich erfuhr, was passiert war, drehte sie sich wortlos um, stieg stumm auf die höchste Zinne des Turms und sprang in die Tiefe. Da sie ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt hat, wird ihr Geist der Sage nach niemals Ruhe finden. Und so soll man das junge Ritterfräulein noch heute an manchen Abenden in der Dämmerung auf dem Turm stehen und mit dem Schleier winken sehen.




Sehenswertes

Im Mittelalter war hier der nördlichste Posten des Kurfürstentums Mainz. Zur Sicherung der Grenzen gegen das Kurfürstentum Trier ließ der Mainzer Erzbischof Siegfried III. 1240 die Burg Lahneck (damals Loynecke) erbauen. Die herrliche Aussicht auf den Rhein und Lahnstein ist nach wie vor ein faszinierendes Schauspiel, kann aber inzwischen ohne Angst vor einstürzenden Treppen genossen werden. Das Wohnhaus wurde auf den alten Grundmauern komplett neu errichtet. Die Räume im unteren Stockwerk – Rittersaal, Repräsentationsräume und Burgküche – können besichtigt werden, das Obergeschoss ist heute wieder bewohnt.






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Alle Sagen und Geschichten finden Sie im offiziellen Begleitbuch zum "Rheinischen Sagenweg".

Rheinische Sagen & Geschichten

Das Begleitbuch zum "Rheinischen Sagenweg" mit den bekanntesten und schönsten Sagen und Geschichten von Rhein, Mosel, Lahn und Nahe. Ergänzt durch touristische Informationen. 416 Seiten, 48 farbige Illustrationen von der Kölner Künstlerin Gerda Laufenberg, über 300 farbige Bilder

 

 

Taschenbuchausgabe: 14,95 Euro, ISBN 3-7616-1869-7

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Gebundene Ausgabe:  19,95 Euro, ISBN 3-7616-1986-3

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