Das tragische Schicksal der Idilia Dubb
Auf einem vorspringenden Felsen oberhalb des Zusammenflusses von Lahn und Rhein, am Tor zum Weltkulturerbegebiet Mittelrhein- tal, steht die Burg Lahneck. Das Rheintal hat spätestens im 18. Jahrhundert Reisende aus aller Welt, doch vor allem Engländer, angezogen. In den vornehmen Kreisen Englands musste man die romantischen Burgen und Ruinen des Rheintals einfach gesehen haben, um in der Gesellschaft anerkannt zu werden.
Dies wurde einer gewissen Idilia Dubb im Sommer 1851 zum Verhängnis. Sie war mit Ihren Eltern aus Edinburgh zu einer Schiffahrt entlang des Rheins nach Deutschland gekommen und man übernachtete im Dorfgasthaus an der Lahn. Idilia war über alle Maßen von den verfallenen Ruinen begeistert und brach eines Morgens schon vor dem Frühstück auf, um sich ein ungestörtes Plätzchen zum Zeichnen zu suchen. Das fand sie auf der Ruine der Burg Lahneck. Um dort einen noch besseren Überblick über das Rheintal zu bekommen, stieg sie die Holztreppe eines alten Turmes hinauf. Oben angekommen, passierte das Schreckliche: Die von Wind und Wetter morsche Treppe stürzte in sich zusammen und fiel in die Tiefe. Idilia war auf dem Turm gefangen.
Die Eltern, die ihre Tochte trotz wochenlanger Suche nicht fanden, fuhren im Herbst zurück nach England. Als ein Jahr später mit dem Wiederaufbau der Burg Lahneck begonnen wurde, fanden Bauarbeiter menschliche Gebeine und in einer Ecke des Seitengeländes Überreste eines Strohhutes, eine goldene Armbanduhr, Ringe und eine Gürtelschnalle. Man dachte dann sofort an die werschwundene Miss Idilia Dubb und schickte die Kleidung nach England, wo ihr trauriges Schicksal dann auch zur Gewissheit wurde.
Später, als man die Zinnenkrone des Turmes erneuern wollte, fand man in einer Mauerspalte ein kleines Tagebuch. Auf den halbvermoderten, vergilbten Blättern befanden sich die Aufzeichnungen der letzten tragischen Stunden des Mädchens.
Heute ist die Burg Lahneck komplett renoviert und die herrliche Aussicht auf den Rhein und die Stadt Lahnstein ist nach wie vor ein faszinierendes Schauspiel. Dies kann jedoch heute ohne Angst vor einstürzenden Treppen genossen werden. | | An der Mündung der Lahn in den Rhein liegt die Stadt der bunten Märkte, des rheinischen Humors und der plätschernden Ufer. Ihre Geschichte reicht weit zurück. Funde aus der jüngeren Steinzeit belegen eine erste Besiedelung zwischen 4.000 bis 1.800 v. Chr. 370 n. Chr. wurde von den Römern an der Lahnmündung zur Sicherung der Reichsgrenzen ein römischer Burgus errichtet. Von diesem „domus fortis supra Lonetam“, ein befestigtes Haus an der Lahn, leitet sich der Stadtname ab. Nachdem Friedrich II. im Jahr 1220 den Mainzer Erzbischof mit dem Silberbergwerk im nahen Friedrichssegen belehnte, wurde zwischen 1240 und 1245 zum Schutze des Mainzer Territoriums die Burg Lahneck errichtet. 1298 folgte die Martinsburg, eine weitere Zollburg direkt am Rhein, in der heute u. a. das Fastnachtsmuseum unterge- bracht ist. 1338 spielte Lahnstein eine Rolle in der „großen Welt- geschichte“: Hier beschlossen die Kurfürsten, dass jeder von Ihnen gewählte Konig gleichzeitig deutscher Kaiser sei.
Geschichte und Geschichten begegnen dem Besucher an jeder Ecke in dieser romantischen Stadt am Tor zum Mittelrhein. So auch im vielgerühmten „Wirtshaus an der Lahn“ ein gepflegter, pittoresker Fachwerkbau von 1697, den schon Goethe, erschöpft vom Dichten und Treiben auf dem Rhein, 1774 besucht haben soll. Neben den herrlichen Fachwerkhäusern unterhalb der malerisch an einem steilen Bergrücken gelegenen Burg Lahneck, gibt es zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Dazu gehören das alte Rathaus, der Salhof, die alte Stadtbefestigung mit Wehrgang und Hexenturm, in dem heute das Heimatmuseum unter- gebracht ist, das Johanniskloster und viele weitere historische Gebäude.
Erholung findet der Gast im Kur- und Erholungsgebiet, das seine Gäste mit Badeanlagen, Kurtherme, Saunalandschaft und Kurpark verwöhnt. Und der nahegelegene Naturpark Nassau zählt zu den schönsten Naturschutzgebieten Deutsch- lands. Die einheimische Gastronomie mit Ihren Biergärten und Weinschänken sowie zahlreiche Feste wie z. B. „Rhein in Flammen“ oder die komödiantischen Burgspiele, tun ihr Übriges um den Gast, wenn er mag, bis tief in die Nacht zu unterhalten und so die Stadt zu einem kurzweiligen Erlebnis machen. | |