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Am Ufer des Laacher Sees wohnte einmal eine Fischerfamilie. Sie hatten einen Sohn, den alles Geheimnisvolle unwiderstehlich anlockte. An einem stillen Vollmondabend, als sich der Mond auf der Wasseroberfläche gespenstisch spiegelte, erzählte die Großmutter ihrem Enkel von den im See versunkenen Schlössern und verborgenen Schätzen. Atemlos und voller Neugier lauschte der Knabe ihren Worten und beschloss, schon bald auf den See hinauszufahren, um dessen Geheimnis zu ergründen. In einer der nächsten sternenklaren Nächte verließ er heimlich und unbemerkt das Haus und schlich zum Ufer des Sees. Mit kundiger Hand löste er einen Kahn vom Pflock, schwang sich hinein und ruderte furchtlos in die Mitte des Gewässers. Tiefe Stille herrschte ringsum, der Knabe vernahm nur das Plätschern der Bugwellen und vom Ufer her den Ruf des Käuzchens. Plötzlich drangen sanfte Töne aus der Tiefe empor an sein Ohr. Sie wurden immer lauter, und bald konnte er dem Spiel von Harfen und Flöten lauschen. Dazwischen ertönte froher Becherklang und das kriegerische Klirren von Waffen. Beglückt beugte sich der Knabe weit über den Rand seines Kahns. Und dann sah er auf dem Grund des Sees ein herrliches Schloss mit festen Mauern und hohen Zinnen. An den hellerleuchteten Fenstern vorbei bewegten sich die Schatten von tanzenden Paaren. Als bald darauf aus der Tiefe zwei Nixen zu ihm emporstiegen und ihn mit süßem Lächeln lockten, wusste der Knabe nicht, wie ihm geschah. Völlig betört glitt er ins Wasser und versank in der grundlosen Tiefe des Sees. Als der Fischer am nächsten Morgen seinen Sohn suchte, sah er mitten im See sein Boot kieloben treiben. Da wusste er, dass er seinen Sohn niemals mehr wieder sehen würde und dass die Verlockungen, vor denen er ihn immer gewarnt hatte, stärker gewesen waren. Dem Leser mag diese Sage eine Botschaft sein, dass es Dinge gibt, die der Neugier und dem Zugriff der Menschen entzogen sind, und Grenzen, die in jedem Fall zu respektieren sind.
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Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten von Maria Laach zählt die romanische Klosterkirche mit ihrem Stiftergrabmal und dem Baldachin über dem Hochaltar aus dem 13. Jh. Die Abteikirche gilt als eine der vollkommensten Schöpfungen der Romanik und lädt seit über 30 Jahren zu Konzerten mit geistlicher Musik.
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Rheinische Sagen & Geschichten
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