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| Das Begleitbuch zum Rheinischen Sagenweg |
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Das kleine Rheinstädtchen mit seinen gut 5000 Einwohnern kann auf eine über 1100-jährige, nicht unbedeutende Geschichte zurückblicken. 886 erstmals als „Unchele“ erwähnt, war der Weinbau schon damals die Haupterwerbsquelle der Bewohner. Im 16. Jh. erhielt Unkel seine Stadtmauer, von der heute noch Teile erhalten sind. Ihre Widerstandsfähigkeit bewiesen die Unkeler in den schweren Zeiten der Pest und der französischen Revolutionskriege. Im 19. Jh. erfreute sich der verträumte Ort wachsender Beliebtheit und wurde zum beliebten Wohnsitz bedeutender Familien, viele auch aus dem nahen Köln, von denen noch heute einige ihre Sommerresidenzen hier haben. Ein Beispiel dafür ist die Burg Unkel im Herzen der Altstadt aus dem 17 Jh., ein drei- flügeliges Haus und ehemaliger Wohnsitz der Familie Herresdorf.
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Die historische Altstadt von Unkel wurde gemäß der Haager Konvention zu einem erhaltenswerten Kulturgut erklärt, das im Kriegsfall nicht zerstört werden dürfe. Darauf weisen die blau-weißen, rautenförmigen Schilder in der Stadt hin. Dass Unkel eine besondere Stadt ist, wussten schon viele bekannte Dichter, so zum Beispiel Ferdinand Freiligrath, der 1839/40 ein Jahr in Unkel verweilte. Sein Haus, das „Freiligrathhaus“ an der Rheinpromenade, ist heute noch zu bewundern. Ein Spaziergang durch die Stadt führt an einigen sehr interessanten Bauten vorbei. Überall stechen die wunderschönen alten Fachwerkhäuser ins Auge. Das Originellste ist das Bügeleisenhaus, das um 1650 erbaut wurde. Ganz im Süden der Stadt steht direkt am Rhein der Gefängnisturm, heute ein Museum, das nach Vereinbarung besichtigt werden kann. Von hier führen die Reste der Stadtmauer bis hoch zur frühgotischen Pfarrkirche St. Pantaleon. Das alte Rathaus beherbergt eine Ausstellung mit Möbelstücken des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt, der von 1979 bis zu seinem Tod 1992 in Unkel lebte. Auch die ehemalige Wasserburg Burg Vilszelt aus dem 11. Jh., am Fuß der Höhen, ist einen Abstecher wert. Von der Rheinpromenade mit ihrer schattigen Allee, farbenprächtigen Stauden und einer bunten Rosenpracht erstreckt sich der Blick auf den Rhein, das unverwechselbare Siebengebirgspanorama, den Rolandsbogen und die Insel Nonnenwerth. Ein Besuch in Unkel bedeutet nicht nur malerische Landschaften und herrliche alte Bauten. Die Stadt und ihre geselligen aufgeschlossenen Bewohner halten erstklassige Hotels, Gaststätten – wie die Unkeler Kneipe „Beim Kleen“, die es als kleinste Kneipe ins Guinness-Buch der Rekorde schaffte –, Pensionen und Cafés für ihre Gäste bereit. Erwähnenswert ist auch der Unkeler Hof, 1732 als Weingut der Kölner Ursulinen erbaut und im 19. Jh. in einen Gasthof umgewandelt.
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Die Stadt und ihre Umgebung machen Unkel zu einem idealen Erholungsort. Ein weit verzweigtes Netz von ca. 160 km ausgeschilderten Wanderwegen, der Naturpark Rhein- Westerwald und die gepflegten Grünanlagen im Ort selbst bilden zusammen mit dem milden Klima ideale Bedingungen, um Entspannung mit Wanderungen, Radtouren oder ausgedehnten Spaziergängen zu verbinden. Zudem laden die nahe gelegenen Städte Königswinter, Bonn und Köln zu Tagesausflügen und Shoppingtouren ein. Rheinischer Frohsinn wird in diesem kleinen Städtchen groß geschrieben, und so werden hier gerne und oft Feste gefeiert. Egal ob Kirmes, Parkfest, Rhein-Schwimmen, Wein- und Heimatfest oder das bekannte historische Domfest – dank der zahlreichen gastfreundlichen Weinlokale, die ihre Gäste abends mit Musik unterhalten, kommt in Unkel niemals Langeweile auf.
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