Rheinischer Sagenweg | Stationen | Unkel




Das Begleitbuch zum Rheinischen Sagenweg
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St. Pantaleon

Uferpromenade

Freiligrathhaus

Herresdorfsches Schloss "Burg Unkel"

Pützgasse

Die Unkeler Verlobung

Der Mittelrhein ist bekannt für seinen guten Wein und hübsche Mädchen. Das mittelalterliche Städtchen Unkel bietet beides, was folgende Geschichte belegt.

Der junge Musketier André Bohnefaß, dessen Vater als Winzer den guten Rotwein („Unkeler Funkeler“ genannt) kelterte, hatte eines Tages ein Schäferstündchen mit der hübschen Bettina, Tochter des Vogtes von Ewald, der für den Kölner Kurfürsten das Städtchen Unkel verwaltete. Der aber hatte ein Problem: Seinen Spieltrieb. Als er gegen den dicken, reichen Grafen Loe sein ganzes Vermögen verspielt hatte, setzte er zum Schluss seine Tochter Bettina. Als er erneut verlor, war das Schicksal der Ärmsten besiegelt: Sie musste den dicken kleinen Grafen heiraten.

Als der Brautvater Vogt von Ewald die Verlobung von Bettina und Graf Loe bekannt geben wollte, verursachte Bettina, die weder Verlobung noch Hochzeit wollte, einen Eklat: Sie löste plötzlich vor der versammelten Schar der Gäste die Schleifen ihres Festkleides, das daraufhin an ihrem schönen Körper herunter glitt. So stand sie nun mit halbbedecktem Busen in einer weißen, durchscheinenden Tunica mit einer Schärpe da. Der Vogt wollte sich noch auf seine Tochter stürzen, stolperte jedoch über einen Sessel, ging zu Boden und im ganzen Saal brach Tumult aus. Als dann auch noch ein vermeintlicher Betrug an ihrem zukünftigen Verlobten bekannt wurde, platzte die Feier entgültig.

Am Ende der Geschichte ward Bettina von dem Grafen noch am gleichen Abend zur nahen Rheininsel Nonnenwerth gebracht, wo sie für ihre Sünden büßen sollte.

Das kleine romantische Städtchen wurde 886 erstmals als „Unchele“ erwähnt. Bereits damals war der Weinbau die Haupterwerbsquelle der Bewohner. Im 16. Jahrhundert erhielt Unkel seine Stadtmauer. Durch die Haager Konvention wurde die Altstadt von Unkel zu einem erhaltenswerten Kulturgut erklärt, das im Kriegsfall nicht zerstört werden dürfe. Davon zeugen die weiß-blauen Schilder in der Stadt.

Dass Unkel eine besondere Stadt ist, wusste auch der bekannte Dichter Ferdinand Freiligrath, der 1839/40 ein Jahr in Unkel verweilte. Sein Haus, das „Freiligrahthaus“ an der Rheinpromenade, ist heute noch zu bewundern. Ein Spaziergang durch die Stadt führt an interessanten Bauten vorbei wie z. B. dem alten Gefängnisturm und der frühgotischen Pfarrkirche St. Pantaleon. Das alte Rathaus beherbergt eine Ausstellung mit Möbelstücken des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt, der von 1979 bis zu seinem Tod 1992 in Unkel lebte. Und überall stechen die wunderschönen alten Fachwerkhäuser ins Auge. Von der Rheinpromenade mit ihrer schattigen Allee, farbenprächtigen Stauden und einer bunten Rosenpracht erstreckt sich der Blick hinüber zum Rolandsbogen und der Insel Nonnenwerth.

Ein Besuch in Unkel bedeutet jedoch nicht nur malerische Landschaften und herrliche alte Bauten. Die Stadt und ihre geselligen aufgeschlossenen Bewohner halten erstklassige Hotels, Gaststätten, wie die Unkler Kneipe „Beim Erika“, die es als kleinste Kneipe ins Guinnes-Buch der Rekorde schaffte, Pensionen und Cafes für ihre Gäste bereit.



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